Freitag, 28. Februar 2020

Erhebliche Baumängel: BER wird wieder abgerissen

Acht Monate vor dem angekündigten Eröffnungstermin wird die Reißleine gezogen. Tausende von Baumängeln sind nicht in den Griff zu bekommen und der TÜV schiebt den Plänen einen Riegel vor. Der angekündigte Testbetrieb wurde abgesagt, ab Oktober beginnt der Abriss.

Der BER-Hauptterminal T1

Nach 13 Jahren Bauzeit wurde die oftmals angekündigte Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg "Willy Brandt" nun abgeblasen. Das Milliardengrab sei dem Steuerzahler nicht mehr zuzumuten, erklärt Berlins Innensenator Andreas Geisel.

Bereits im Jahr 2007 wurde die Eröffnung des Skandalflughafens großspurig mitgeteilt. Doch er wurde verschoben. Erst auf 2007, dann auf 2011, auf 2012 und auf 2013. Immer wieder kam es zu Pannen. Es gab wesentliche Mängel an der Entlüftungs- und Sprinkleranlagen und beim Brandschutz. Baufirmen gingen in die Insolvenz, kaputte Türen, defekte Sprinkler. Am Laufen gehalten werden muss das gigantische Arsenal trotzdem. Also fahren jeden Tag Geisterzüge, das Licht brennt dauerhaft.

Nun rollen die Bagger an und setzen der Misere ein Ende. Der TÜV untersagt die Nutzung der Landeplätze. Stattdessen soll auf dem Gelände ein Spaßbad entstehen, teilt das zuständige Bauamt mit. "Mit Rutschen, Whirlpools und Wellenbecken.". Eröffnet werden soll im Juni 2024.

Ein Freizeitbad sei ohnehin viel besser für die Umwelt, sagt Nina Stahr, Landesvorsitzende der Grünen. Viele Tonnen CO2 können so eingespart werden und das gesparte Geld für den Flughafen, könne beispielsweise in die Infastruktur der Bahn gesteckt werden.


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