Donnerstag, 27. Februar 2020

Grunewald: Berliner Hausbesitzerszene radikalisiert sich

Mitglieder der radikalen Hausbesitzerszene in Berlin-Grunewald rufen zu Protesten auf. in einem Bekennerschreiben heißt es: "Wir werden es nicht länger hinnehmen, höher besteuert zu werden als Geringverdiener. Wir sind nicht das Sozialamt Deutschlands."


Auf Flugblättern und im Internet ruft die reichradikale Szene Berlins dazu auf, den Kampf der Hausbesitzer zu unterstützen. Es sei nicht akzeptabel, dass man die schwächsten des Landes mitfinanzieren muss, schließlich sei jeder seines Glückes Schmied. "Wenn jemand arm ist, soll er gefälligst erben, Aktien kaufen oder mit Immobilien spekulieren, so wie jeder von uns auch." erklärt uns Sieglinde B. Die wohlhabende Millionärstochter lebt auf 700 qm. Als eine Schande bezeichnet sie es, dass Politiker den Spitzensteuersatz erhöhen, oder sogar eine Reichensteuer einführen wollen. "Das ist mein Geld und ich entscheide selber, was ich damit mache. Ich muss ja auch irgendwie über die Runden kommen."

"Steuern sind Raub!" steht in großen Lettern auf einem Transparent, das an der Außenfassade einer Villa in der Wernerstraße befestigt ist. Davor parkt ein roter Sportwagen, auf dessen Heckscheibe eben jener Spruch zu lesen ist. Das Auto gehört, ebenso wie der Wagen Peter M. Er ist Musikproduzent und arbeitet mit vielen namhaften Künstlern zusammen. Mit welchen, möchte er uns allerdings nicht verraten. Allerdings erzählt er uns, dass seine Villa als eine Art Hauptquartier der Szene dient. "Hier ist ein Kommen und Gehen. Gut betuchte Berlinerinnen und Berliner geben sich hier die Klinke in die Hand.

Die Polizei zeigt seit dem Aufruf deutlich erhöhte Präsenz in dem Berliner Stadtteil. Polizeisprecher Thomas Neuendorf spricht von einer deutlichen Radikalisierung der Szene. Dass es zu gewaltsamen Protesten kommen wird sei unwahrscheinlich, dennoch müsse man sie im Auge behalten, sagt er. Schließlich müssen sich wohlhabende Menschen genauso an Recht und Gesetz halten, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch.


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